Frauengesundheit & Erschöpfung

Die Letzte auf der eigenen Liste

Über Mental Load, das Hintenanstellen eigener Bedürfnisse und den Weg zurück zu sich selbst

Mai 2026 · Nina Oswald

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Warum fühle ich mich trotz Pause nie wirklich erholt? Warum weiß ich, was mir guttun würde, und mache es trotzdem nicht? Warum kommen die Bedürfnisse anderer bei mir immer zuerst?

Diese Fragen stellen sich viele Frauen. Oft leise, oder erst dann, wenn der Körper anfängt, laut zu werden.

Wenn der Kopf nie Feierabend hat

Erschöpfung entsteht nicht immer durch zu wenig Schlaf oder zu viel Arbeit. Manchmal entsteht sie dadurch, dass der Kopf einfach nicht aufhört zu denken. Die To-do-Liste, die sich im Hintergrund immer weiterschreibt. Die Verantwortung für Dinge, die niemand sonst im Blick hat. Der Mental Load, der weiter Druck macht, auch wenn eigentlich Pause sein sollte.

Viele Frauen kennen das: sie sitzen erschöpft auf dem Sofa, aber innerlich planen sie doch schon den nächsten Tag, den anstehenden Kindergeburtstag, die Packliste für den Urlaub. Sie schlafen, aber wachen auf mit dem Gefühl, nicht erholt zu sein. Denn Erholung braucht einen Moment der inneren Stille, und der will erst einmal gefunden werden.

Warum wir uns selbst so oft hintenanstellen

Das hat selten mit Schwäche zu tun. Viel öfter hat es mit dem zu tun, was wir gelernt haben: dass Fürsorge selbstverständlich ist. Dass eigene Bedürfnisse warten können. Dass es irgendwie selbstbezogen wirkt, sich selbst wichtig zu nehmen.

Diese Muster sitzen tief. Sie sind nicht von heute. Und sie lassen sich nicht einfach wegdenken, auch wenn man längst weiß, dass es so nicht weitergehen kann.

Der Moment, in dem man sich wiedererkennt

Ich kenne dieses Gefühl aus eigener Erfahrung. Den Moment, in dem man plötzlich innehält und denkt: ach, so kann ich mich also fühlen. So bin ich eigentlich. Es kann erschreckend sein zu merken, wie lange man sich selbst nicht mehr so gespürt hat. Und gleichzeitig ist es ein Anfang. Dieser Moment lässt sich nicht erzwingen. Aber er lässt sich begleiten.

Was in der therapeutischen Arbeit möglich wird

Wissen allein verändert selten etwas. Zu verstehen, warum man sich selbst immer hintenanstellt, reicht oft nicht aus, um es zu ändern. Dafür braucht es etwas anderes: Raum, Zeit und einen Ort, an dem man nicht funktionieren muss.

In der therapeutischen Begleitung geht es nicht darum, schnell Lösungen zu finden. Es geht darum, alte Muster behutsam zu verstehen und durch Achtsamkeit wieder wahrzunehmen, was man selbst braucht.

Sie sind nicht allein damit.

Ein erster Schritt

Wenn Sie sich in diesen Zeilen wiedererkennen, bin ich gerne für Sie da. In meiner therapeutischen Begleitung entsteht Raum, um innezuhalten, genauer hinzuschauen und sich selbst auf der eigenen Liste wieder etwas weiter nach oben zu rücken. Ich freue mich über Ihre Nachricht.

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